Unser Roadtrip durch Australien
Mit unserem Nissan Pathfinder, Hugo, starten wir in Melbourne und machen uns auf den Weg nach Perth, Western Australia. Insgesamt werden wir in den nächten Wochen vermutlich eine Strecke von 4.000 KM zurücklegen und dabei einmal auf die andere Seite des riesigen Kontinents fahren. Wir wissen noch nicht genau, was uns unterwegs erwartet, aber genau das macht es so besonders. Kein fester Plan, keine Eile – nur wir zwei, Hugo, unser Dachzelt und die endlosen Straßen. Wir sind sehr gespannt!
Ein Jahr geht zu Ende - Zwischen Weinfelden, Weihnachten und ganz großen Emotionen
Mal wieder haben wir lange nichts von uns hören lassen. Nicht, weil nichts passiert ist – sondern eher, weil wir wieder voll im Arbeitsalltag angekommen sind. So richtig. Dieses „Man steht morgens auf, zieht Arbeitsklamotten an und weiß ziemlich genau, wie der Tag aussehen wird“-Gefühl. Und während sich unser Tagesablauf kaum verändert hat, ist in Wahrheit unfassbar viel passiert. Von alles neu über Langeweile, Stress und ja… sogar Gürtelrose. Willkommen in unserem ganz normalen Reiseleben.
Ende November sind wir in Coonawarra, eine kleine Ortschaft in Südaustralien, angekommen. Eigentlich sollte unser Job hier erst am 15.12. starten, aber wir durften schon früher anfangen – mit weniger Stunden, aber hey: besser als nichts. Jeder Dollar zählt. Wir arbeiten hier zusammen mit einem australischen Pärchen, Tony und Tyron, in einem Holiday Park mitten in den Weinfeldern. Wirklich mitten drin. Natur pur. Der Park bietet Stellplätze für Caravans, verschiedene Zelte, Ferienhäuser, Tiny Houses und sogenannte Bubble Tents. Klingt erstmal fancy – ist es manchmal auch. Manchmal aber eben auch… ganz anders. Mehr dazu später.
Unser Arbeitsalltag ist inzwischen Routine. Meist starten wir um 10 Uhr, weil die Gäste erst ab dann auschecken. Wenn viel los ist, beginnen wir früher und hoffen insgeheim, dass manche Gäste einfach ein bisschen früher verschwinden. Zelte sind schnell gemacht – Betten neu beziehen, einmal durchsaugen, fertig. Ferienhäuser und Tiny Houses dauern länger, da Bad und Küche gründlich gereinigt werden müssen. Bis 14 Uhr muss alles fertig sein, denn dann checken die nächsten Gäste ein. Danach folgen die Gemeinschaftsküche und die sanitären Anlagen, die wir ebenfalls sauber halten. Am Anfang war kaum etwas los. Wir haben oft nur vier bis fünf Stunden am Tag gearbeitet und uns gefragt, was wir mit der restlichen Zeit anfangen sollen. Langeweile deluxe. Doch pünktlich zu Weihnachten hat sich alles gedreht. Plötzlich war der Park komplett voll und seitdem ist richtig was los. Es wird stressiger, besonders an heißen Tagen. Letzte Woche hatten wir fast 40 Grad. Die Zelte hatten morgens um 11 Uhr schon über 35 Grad. Eine kostenlose Sauna – nur ohne Entspannung. Rein, putzen, raus. In wenigen Stunden vier Liter Wasser trinken und hoffen, dass man nicht einfach verdampft.
Es ist zwar kein Job, der einen körperlich komplett zerstört (so wie die Farmarbeit) – aber ganz ehrlich: Es ist auch kein Traumjob. Manche Gäste hinterlassen Badezimmer, bei denen wir uns ernsthaft fragen, wie das überhaupt möglich ist. Die Bubble Tents haben portable Toiletten, die geleert werden müssen – ein echtes Highlight. Da stehen wir manchmal da, schauen uns an und wissen nicht, ob wir lachen oder weinen sollen. Meist übernimmt Max diesen Part und opfert sich für unser Zwei-Mann-Team. Letzte Woche musste der arme sich tatsächlich übergeben, weil der Geruch so extrem war. Mal eben kurz in den Busch vorm Zelt gekotzt. Kein Witz. Wir haben Stories, Leute. STORIES. Die glaubt uns keiner….. Da können wir unseren zukünftigen Enkelkindern von erzählen.
Und als wäre das nicht genug, kam dann auch noch das nächste Kapitel: Louisa bekam Gürtelrose. Vermutlich stressbedingt, aber so genau weiß man das ja nie. Es begann mit einem kleinen Ausschlag an der Schulter. Max wusste sofort, was los ist – er hatte selbst mit 17 Gürtelrose und exakt die gleichen Symptome. Er wollte direkt zum Arzt fahren. Aber wir hatten für den nächsten Tag eine Weintour geplant. Und na ja… man muss halt Prioritäten setzen. Also haben wir die Weintour gemacht. Und sie war großartig. Wir waren den ganzen Tag mit einem älteren, superlieben Ehepaar aus England unterwegs, haben acht Wineries besucht, unzählige Tastings gemacht und so viel gelacht. Einer dieser Tage, die einfach gut tun. Unser Wissen über australischen Wein hat sich übrigens deutlich vergrößert - wer also Fragen über den Rotwein hier hat - immer her damit. Sind ja fast Expertem nach so viel Wein und können euch detailliert erklären, wie man Wein probiert 😂
Am nächsten Tag war der Ausschlag auf jeden Fall überall – Hals, Nacken, Kopfhaut. Also ab zum Arzt. Diagnose: Gürtelrose. Medikamente, Pause, durchatmen und ausruhen. Louisa hat eine Woche ausgesetzt und danach langsam wieder angefangen zu arbeiten. Zum Glück ist unser Job hier nicht extrem körperlich. Inzwischen wird es besser. Der Ausschlag geht zurück, die Nervenschmerzen sind noch da, aber aushaltbar. Offenbar findet Louisas Körper die Arbeit in Australien… na ja… ausbaufähig.
Die ganze Erfahrung mit der Arbeit hier hat sie definitiv schon jetzt eine wichtige Erkenntnis sammeln lassen: In Zukunft zurück zur Grundschullehrerin!!
Wir feiern also Weihnachten hier in Coonawarra. Über die Feiertage haben wir zwar durchgearbeitet, aber bei 40 Grad kam ohnehin keine richtige Weihnachtsstimmung auf. Heiligabend wird hier nicht gefeiert, also haben wir zwei für uns gefeiert. Max hat das Abendessen vorbereitet und Louisa hat das schönste Geschenk überhaupt bekommen: einen Ofenkäse. Nach elf Monaten auf Reisen unser erster Ofenkäse – man lernt unterwegs wirklich, die kleinen Dinge zu schätzen. Am 25.12. gab es Lunch mit Chefs und Kollegen. Ein riesiges Seafood-Buffet und für jeden einen ganzen Lobster. Weihnachten mal ganz anders. Schön auf jeden Fall, aber wir haben unsere Weihnachtszeit zuhause trotzdem ein bisschen vermisst. Den Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, die Vorweihnachtszeit und vor allem natürlich die Zeit mit den Liebenden! Die letzte Woche seit Weihnachten haben wir also komplett durchgearbeitet, heute ist Tag 8 in Folge. Es ist anstrengend, aber wir freuen uns über die Kröten und unseren wachsenden Kontostand.
2025 – ein Jahr, das uns für immer geprägt hat, geht zu Ende
Wenn wir auf 2025 zurückblicken, fühlt es sich nicht an wie ein Jahr. Es fühlt sich an wie mehrere Leben in einem. Alles begann mit dem Abschied in Deutschland im Februar 2025 – schweren Herzens und dieser Mischung aus Angst, Aufregung und purer Vorfreude auf das Unbekannte. Wir sind losgeflogen, ohne genau zu wissen, was uns erwartet. Nur mit dem Gefühl: Jetzt oder nie.
Ein paar Tage Bangkok und vier Wochen Koh Tao wurden unser sanfter Start. Ein Ort, an dem die Zeit langsamer läuft. Barfußtage, Salzwasser auf der Haut und Abende, die sich endlos anfühlten. Besonders die Zeit mit Bennet, Louisas Bruder, war etwas ganz Besonderes. Gemeinsam tauchen zu gehen, diese stille, andere Welt unter Wasser zu teilen – das hat uns allen so viel bedeutet. Wir treffen spontan Bettina und Ingo in den letzten Tagen auf Koh Tao und es entsteht eine besondere Freundschaft. Nicht nur das - wir wohnen vier Wochen bei Mario und könnten nicht dankbarer sein für unsere gemeinsame Zeit! Zwei Monate Thailand insgesamt, voller Wärme, Lächeln, Chaos und dieser Leichtigkeit, die man nur dort findet. Koh Tao wird für immer in unserem Herzen sein! 🧡
Malaysia brachte uns neue Perspektiven. Max fuhr mit einer der steilsten Seilbahnen der Welt – ein Moment zwischen Adrenalin und Panik, den wir nie vergessen werden. Dann kam Sri Lanka. Spontan entschieden und rückblickend eines der intensivsten Länder unserer Reise. Die Rundreise, der Kochkurs, die Begegnungen mit Einheimischen, Elefanten in freier Wildbahn – all das hat uns tief berührt. Sri Lanka hat uns gezeigt, wie wenig man braucht, um glücklich zu sein. Wie viel Wärme in einfachen Dingen steckt.
Singapur fühlte sich an wie ein Sprung in die Zukunft. Alles sauber, organisiert, modern. Ein krasser Kontrast, aber unglaublich beeindruckend. Indonesien brachte uns wieder zurück zur Ruhe. Bali bedeutete Entschleunigung, Verarbeitung, Ankommen. Tauchen mit Mantarochen – ein absoluter Gänsehautmoment. Dann die Entscheidung, unsere großen Rucksäcke einzulagern und zwei Monate nur mit Handgepäck zu reisen. Weniger Ballast, innen wie außen. Die Gili Islands waren pures Paradies. Weißer Sand, türkisfarbenes Wasser, schnorcheln mit Schildkröten und Sonnenuntergänge, die man nie vergisst.
Vietnam hat uns absolut positiv überrascht, überfordert und begeistert. Zehn Tage voller Leben, Rollerchaos, Straßenessen und unvergesslicher Begegnungen. Die Kreuzfahrt in der Ha Long Bay mit sechs Franzosen auf einem Boot – eine dieser unerwarteten Glücksgriffe, bei denen man merkt, wie besonders das Reisen sein kann. Ha Noi war laut, verrückt, intensiv und trotzdem irgendwie magisch.
Hongkong hat uns umgehauen. Wolkenkratzer, Lichter, diese Energie. Eine Stadt, die selbst New York Konkurrenz macht. China war dann wieder ein kompletter Kulturschock. Nervosität vor der Einreise, eine Lebensmittelvergiftung in Shanghai, neugierige Blicke an jeder Straßenecke in Peking. Tradition, Geschichte und das Gefühl, wirklich ganz weit weg von zuhause zu sein. Eines unserer absoluten Highlights der Weltreise: die chinesische Mauer. Wir haben heute noch Pipi in den Augen, wenn wir daran zurückdenken!
Südkorea war modern, schnell, aufregend. Wir haben aber aufgrund unserer Reisemüdigkeit nach so vielen Eindrücken wenig Zeit dort verbracht. Ein absolutes Highlight jedoch: die DMZ und an der Grenze zu Nordkorea zu stehen.
Dann wieder zurück nach Bali, diesmal mit dem Fokus auf Vorbereitung. Vier Wochen, um durchzuatmen und uns mental auf Australien einzustellen. Sydney empfing uns mit offenen Armen. Max’ Geburtstag dort war etwas ganz Besonderes. Dann die Jobsuche, der Umzug nach Koo Wee Rup und vier Monate Farmarbeit. Hart und einfach nur anstrengend. Wir sind an unsere Grenzen gegangen und darüber hinaus. Louisa verließ währenddessen ihre Zwanziger und wurde 30!! Wir kauften Hugo, bauten unseren Nissan Pathfinder aus und starteten unseren Roadtrip. Australien zeigte uns seine ganze Größe. Das Outback, Uluru – ein Ort, der sich eingebrannt hat. Noch heute bekommen wir Gänsehaut, wenn wir daran denken. Diese Stille. Diese Weite. Dieses Gefühl von absoluter Freiheit.
Und nun beenden wir dieses Jahr dort, wo wir es nie erwartet hätten: in den Weingebieten von South Australia. Mit einem Job, mit Routine, mit müden Körpern – aber mit Herzen, die voller sind als je zuvor 💕
2025 hat uns verändert. Es hat uns aus unserer Komfortzone gerissen, uns wachsen lassen, uns müde gemacht und gleichzeitig stärker. Wir haben gelernt, loszulassen, durchzuhalten, zu vertrauen. In die Welt, in fremde Menschen und vor allem in uns. Wir haben Kulturen erlebt, Menschen getroffen, Freundschaften geschlossen und gelernt, was es bedeutet, wirklich im Moment zu leben.
Und das Schönste daran?
Wir durften all das gemeinsam erleben. 🧡
2025 - Danke! Danke für alles! Für die Höhe und Tiefen, das Wachstum und die unzähligen Erinnerungen.
2026 kann kommen. Wir sind sowas von bereit.
Ein riesiges Dankeschön an euch alle, dass ihr uns so stark und kontinuierlich begleitet, mitgefiebert und mitgefühlt habt. Ihr seid ein großer Teil dieser Reise.
Wir hören uns im nächsten Jahr.
Wir können euch schon mal versprechen: Es bleibt spannend!! Wir haben ganz große Pläne!
Cheers to a new year – 2026, wir kommen ✨
Uluru - Zurück aus dem Herzen Australiens und immer noch sprachlos 🌄✨
Wir sind zurück aus dem Outback und es fühlt sich an, als würden wir immer noch Sand aus unseren Gedanken schütteln. Diese Erfahrung war magisch, intensiv, herausfordernd und einfach unvergesslich – aber am besten beginnen wir ganz von vorne.
Von Adelaide aus fahren wir in Richtung Port Augusta, bereit für unsere erste richtige Offroad-Erfahrung. Max und Peggy haben für die Nacht einen besonderen (kostenlosen) Schlafplatz herausgesucht. Die Straßen werden holpriger, die Hügel steiler und wir schwitzen bei jedem Schlagloch, das wir mit Hugo, meistern. Als wir oben auf dem Hügel ankommen, eröffnet sich uns ein Blick auf das Meer, während auf dem Nachbarhügel wilde Kängurus im Sonnenuntergang grasen. Wir könnten nicht schöner und aufregender in dieses Abenteuer starten.
Am nächsten Morgen - wir sind sooo aufgeregt endlich ins Outback zu fahren - folgt dann der erste Schock. Beim Starten des Motors hören wir ein merkwürdiges Geräusch. Sofort schrillen bei Max alle Alarmglocken. So wollen wir auf keinen Fall ins Outback fahren, also steuern wir die Werkstätten in Port Augusta an. Die erste macht uns kein gutes Gefühl, die zweite hat keine Zeit und bei der dritten passiert ausgerechnet dann das Unerwartete: Leute, das glaubt ihr uns nicht!!! Während Max im Büro nach den Kapazitäten fragt, fährt eine ältere Dame beim Ausparken mit ihrer Anhängerkupplung direkt in unsere Felge. Wir glauben im ersten Moment, wir stehen im falschen Film. Das darf doch nicht wahr sein?! Zum Glück ist es nur eine kleine Schramme, aber ihre Reaktion ist so frech, dass wir nur noch ungläubig mit dem Kopf schütteln. Wir beschließen, uns davon nicht die Laune verderben zu lassen (LET THEM) und fahren zur nächsten Werkstatt. Dort treffen wir auf Harry und sofort haben wir ein gutes Gefühl. Er schaut sich das Auto direkt an und stellt fest, dass die Lichtmaschinenriemenscheibe ausgetauscht werden muss. Zum Glück ist es kein großes Problem, aber das Ersatzteil muss bestellt werden. Wir stehen da mit unserem Zuhause auf vier Rädern und fragen uns, wo wir die Nacht verbringen sollen. Doch bevor wir überhaupt darüber nachdenken können, bietet Harry uns an, auf seinem Grundstück zu schlafen und reicht uns sogar den Schlüssel zu seinem Büro, damit wir die Toilette über Nacht nutzen können. Diese herzliche Gastfreundschaft rührt uns wirklich zutiefst. Am nächsten Morgen ist das Teil so schnell eingebaut, dass wir endlich bereit sind ins Outback aufzubrechen.
Coober Pedy - eine Wüstenstadt wie im Wilden Westen
Gemeinsam mit Max und Peggy, dem deutschen Pärchen, das wir unterwegs kennengelernt haben, machen wir uns auf den Weg nach Coober Pedy. Vorab machen wir allerdings noch einen kleinen Stopp und schauen uns den Flinders Ranges Nationalpark an. Je weiter wir also Richtung Outback fahren, desto weniger Autos begegnen uns. Unser Navi schalten wir letztendlich aus, nachdem es heißt: Dem Straßenverlauf für 523km folgen. Willkommen in Australien 😁 Die Straße führt stundenlang nur geradeaus und wir tanken an jeder Gelegenheit, denn die Tankstellen liegen teilweise 250 Kilometer auseinander. Als wir abends in Coober Pedy ankommen, fühlen wir uns zunächst etwas unwohl. Überall sitzen Aborigines (die Ureinwohner Australiens) an den Straßenecken und beobachten uns mit ernsten Blicken. Für uns eine zunächst ungewohnte Erfahrung, weil wir uns vorab viel zu sehr von den Meinungen anderer haben beeinflussen lassen. Wir lassen unsere Vorurteile also mal gerade sein. Schnell merken wir, dass Coober Pedy eine Welt für sich ist. Die Menschen hier wohnen hauptsächlich unter der Erde, weil es im Sommer über 50 Grad heiß werden kann. Wir besichtigen eine dieser unterirdischen Wohnungen und staunen über die Kreativität, die hier zum Überleben nötig ist. Anschließend besuchen wir eine Mine, denn Coober Pedy ist weltberühmt für seine Opale. Wir dürfen sogar selbst im Sand nach Opalen graben und tatsächlich finden wir einen kleinen, wunderschönen Stein, den wir als Erinnerung mitnehmen. Coober Pedy ist zwar auf seine eigene Art und Weise etwas strange, gefällt uns aber sehr gut! Wir haben das Gefühl wir sind im wilden Westen angekommen.
Nach zwei Tagen in dieser surrealen Stadt geht es weiter in Richtung Uluru – weitere 720 Kilometer durch die absolute Leere. Die Straße verläuft bis zum Horizont und wieder zurück und manchmal sehen wir eine Stunde lang kein einziges Auto. Kurz vor dem Nationalpark trauen wir unseren Augen kaum: Am Straßenrand stehen plötzlich wilde Kamele. Wir sind völlig aus dem Häuschen und versuchen, diesen Moment mit Kamera und Drohne (vor allem für euch!!) festzuhalten. Solche Begegnungen gibt es nur im Outback. Wir schlafen in den fast sechs Nächten einfach an ausgewiesenen Rest Areas am Straßenrand, mitten im Nirgendwo. Anfangs fühlt es sich komisch an, aber irgendwann lieben wir genau diese Stille, diese Weite und dieses Gefühl, ganz weit weg von allem zu sein. Schon von unserem Schlafplatz aus können wir den Uluru zum ersten Mal in der Ferne erkennen.
Der Uluru - Ein heiliger Ort der Aborigines im Herzen von Australien
Am nächsten Morgen stehen wir um 4:45 Uhr auf, fahren im Dunkeln in den Uluru-Kata Tjuta Nationalpark und erleben etwas, das wir nie vergessen werden. Der Uluru taucht zunächst als dunkler Schatten vor uns auf, der Himmel färbt sich rot, dann orange und schließlich strahlt die Sonne den riesigen Felsen an. In nur zwanzig Minuten verändert der Stein seine Farbe mehrfach – von Braun zu Rostrot, von Rostrot zu strahlendem Orange, von Orange zu einem tiefen, fast glühenden Rot. Wir stehen da, halten inne und können kaum glauben, dass wir wirklich hier sind und diesen magischen Moment miterleben dürfen.
Kleiner Exkurs:
Der Uluru, auch bekannt als Ayer’s Rock, ist ein riesiger roter Sandstein. Er gilt als heiliger Ort der Aborigines, der Ureinwohner Australiens, die seit tausenden Jahren dort leben und ihre Kultur ausleben. Bei genauerem Betrachten ist uns aufgefallen, dass die Anangu (Name der Community dort) ihr Wissen vor allem in Form von Höhlenmalereien an ihre Nachkommen weitergeben. Bekannt ist der Stein auch für seine sich ändernden Farben im Laufe des Tages - besonders aber bei Sonnenaufgang. Einige Bereiche dürfen aus Respekt nicht betreten werden und seit 2019 ist auch der Aufstieg verboten. Und das ist auch gut so. Irgendetwas an diesem Ort fühlt sich so kraftvoll, so bedeutend an, dass man instinktiv versteht, warum der Fels geschützt werden muss.
Nach dem Sonnenaufgang frühstücken wir direkt vor dem Uluru, bevor wir den 10,6 Kilometer langen Base Walk starten - einmal um den Felsen herum. Obwohl der Weg flach ist, brennt die Sonne gnadenlos. Es sind 39 Grad – aber die Landschaft, die Ruhe und dieser gigantische Felsen lassen uns jede Schweißperle vergessen. Abends fahren wir erneut in den Park, um den Sonnenuntergang zu sehen. Die Farben sind wieder wunderschön, aber nichts toppt den Sonnenaufgang. Eine weitere Sache wollen wir euch nicht vorenthalten: Der Nachthimmel im Outback — ihr könnt es euch denken — ist absolut galaktisch, im wahrsten Sinne des Wortes! So einen Nachthimmel haben wir noch nicht erlebt. Neben tausenden von Sternen sehen wir alle 10 Minuten eine Sternschnuppe. Wir sind total geflashed! Am nächsten Tag besuchen wir Kata Tjuta, auch Mount Olga genannt. Die Felsen befinden sich ebenfalls in dem Natioanlpark. Der Wanderweg ist 8 Kilometer lang und es ist noch heißer als am Tag zuvor. Ab 11 Uhr wird der Weg wegen der Hitze geschlossen und wir sind uns nicht sicher, ob wir die Wanderung wirklich komplett durchziehen wollen. Wir entscheiden uns jedoch dafür und werden mit einer beeindruckenden Landschaft belohnt. Die Wanderung ist tatsächlich beeindruckender als der Base Walk um den Uluru herum. Erschöpft aber glücklich fahren wir am selben Tag zurück Richtung Coober Pedy, schlafen wieder am Straßenrand und setzen unsere Reise am Morgen fort.
Zurück in der Zivilisation und mit großen Neuigkeiten!!
Zurück in Port Augusta lassen wir Hugo noch einmal bei Harry checken – Es ist zum Glück alles in Ordnung. Während Max und Peggy weiter Richtung Perth fahren, merken wir, dass wir uns hier in South Australia wohler fühlen. Wir möchten zuerst Arbeit finden, bevor wir in den Westen, nach Perth, aufbrechen. Erst dann können wir die wunderschöne Strecke auch genießen! Surprise, surprise: So schnell haben sich unsere Pläne mal wieder geändert!! 😁 Und tatsächlich: Nach drei Tagen intensiver Suche bekommen wir einen Job im Coonawarra Holiday Park, dem beliebtesten Weingebiet Australiens. Wir werden in Bereichen wie Zimmeraufbereitung, Instandhaltung, Rezeption und Gästebetreuung arbeiten. Und das Beste: Wir bekommen eine kostenlose Unterkunft direkt auf dem Gelände und verdienen deutlich besser als auf der Farm. Die Entscheidung fühlt sich absolut richtig an. Man sollte viel öfter auf sein Bauchgefühl und seine Intuition vertrauen….
Von Port Lincoln fahren wir also zurück nach Adelaide, denn Coonawarra liegt genau an der Grenze zu Victoria - genau da, wo wir ursprünglich herkommen. Für so eine Jobmöglichkeit fährt man auch gerne mal 1000km wieder zurück. Die letzten Tage verbringen wir also entspannt in Adelaide, erkunden die Stadt, spielen viel Tennis und versuchen, die Eindrücke der letzten zwei Wochen zu verarbeiten. Morgen geht’s dann weiter Richtung Coonawarra, SA, unser neues Zuhause bis Ende Januar!
In den letzten zwei Wochen sind wir fast 4.500 Kilometer gefahren und jeder einzelne davon hat uns etwas geschenkt – Ruhe, Weite, magische Momente und ein Gefühl für die Größe dieses Landes. Der Uluru hat uns tief berührt und uns gezeigt, wie besonders Australien wirklich ist. Diese Erfahrung werden für immer in unseren Herzen tragen! 🧡
Beim nächsten Mal melden wir uns aus unserem neuen Arbeitsalltag – es geht spannend weiter!! Langweilig wird es bei uns nie!!
STAY TUNED 🇦🇺🫶
Von Melbourne nach Adelaide – Entlang der Great Ocean Road 🌊
Die erste Etappe unseres großen Australien-Abenteuers liegt hinter uns — und was für eine! Wir sind von Melbourne gestartet, über Geelong nach Torquay gefahren, wo offiziell die legendäre Great Ocean Road beginnt. Dort wird uns wieder Mal so richtig bewusst, dass wir jetzt wirklich unterwegs sind. Wir beobachten Surfer in den Wellen, machen das obligatorische Foto am bekannten Great-Ocean-Road-Schild und können unser Glück kaum fassen.
Weiter geht’s nach Aireys Inlet, wo wir uns den kleinen, süßen Leuchtturm anschauen. Unser Ziel für den Abend ist Lorne und wir finden einen kleinen Campingplatz direkt am Meer. Ein echtes Naturparadies: nur wir, das Rauschen der Wellen, ein paar Möwen, ein Plumsklo und eine Tiger Snake, die vor den Toiletten die Sonne genießt – aber ehrlich gesagt, nach unserer Farmzeit sind wir mittlerweile ziemlich abgehärtet; sowohl was die Toilette angeht als auch die Schlangen.
Der nächste Tag wird ein echtes Highlight für Max: Er geht mit Tennyson, dem Neuseeländer, zum Rockfishing direkt an der Küste. Der Fang ist zwar überschaubar, aber sie können tatsächlich ein paar kleine Snapper angeln. Die grillen wir abends frisch. Es ist mit Abstand der beste Fisch, den wir je gegessen haben!! Am nächsten Tag wechseln wir den Campingplatz, wieder direkt am Meer. Die Männer gehen erneut fischen, während wir Frauen uns mit einem Buch einkuscheln. Am Nachmittag schlägt das Wetter jedoch um – stundenlanger strömender Regen, Wind und Kälte. Zum Glück haben wir unsere Markise am Auto, die uns wenigstens etwas Schutz bietet. Trotzdem sind wir irgendwann völlig durchnässt und kriechen abends bibbernd ins Zelt.
Am nächsten Morgen beschließen wir, eine längere Strecke zu fahren und Richtung Westen zu ziehen – in der Hoffnung auf Sonne und etwas wärmere Temperaturen. Unser erstes großes Ziel des Tages: Die Zwölf Apostel. Diese beeindruckende Felsformation haut uns einfach nur um. Der Wind ist so stark, dass Max sogar seine Cap verliert – die fliegt im hohen Bogen über die Klippen hinweg… und tschüss! Wenigstens hat er sich dort verewigt 😁 Ein Moment zwischen Lachen und ungläubigem Kopfschütteln über die Kraft der Natur. Wir halten an unzähligen Aussichtspunkten entlang der Küste an. Jeder einzelne ist auf seine Weise spektakulär. Besonders beeindruckend finden wir The Razorblade, London Bridge, Tom & Eva und The Grotto. Wir können kaum glauben, wie vielseitig die Landschaft hier ist – raue Felsen, türkisfarbenes Wasser, naturbelassene Strände und endlose Weite.
Am Abend erreichen wir dann Port Campbell, wo wir uns auf einem Campingplatz mit heißen Duschen und Waschmaschinen niederlassen. Nach den vielen Regentagen eine absolute Wohltat!
Da das Wetter weiterhin kalt und nass bleibt, entscheiden wir uns eine größere Etappe am Stück zurückzulegen und fahren somit direkt über die Grenze nach South Australia. Dort finden wir einen kleinen, einfachen Campingplatz ohne Service aber das Beste daran: Wir treffen dort ein deutsches Paar wieder, das wir Wochen zuvor schon kennengelernt haben. Solche Begegnungen sind das Schönste am Reisen. Wir sitzen abends zusammen, quatschen viel und entscheiden uns, gemeinsam weiterzufahren. Jetzt kommt wieder alles anders als geplant. Das ist einfach das beste Beispiel, dass Pläne sich so schnell ändern können. Eigentlich wollten wir direkt Richtung Perth (Western Australia) fahren, aber aus einem spontanen Impuls heraus entscheiden wir uns nun, einen Abstecher ins Outback zu machen – wir fahren zum Ayers Rock (Uluru)! Der heilige Berg der Aborigines steht schon lange auf unserer Bucket List, aber bisher haben wir uns nicht getraut, so tief ins Landesinnere zu fahren. Jetzt, zusammen mit Max & Peggy (dem deutschen Pärchen), fühlt es sich richtig an. Die beiden haben Australien übrigens fast einmal umrundet und sind somit Profis.
Bevor das Abenteuer aber beginnen kann, müssen wir allerdings unser Auto vorbereiten. Der Kofferraum ist ein einziges Chaos und wir wissen: So können wir unmöglich tausende Kilometer durchs Outback reisen. Also fahren wir direkt nach Adelaide. Louisa sitzt die ganzen 520 Kilometer am Stück am Steuer. Unser erster Stopp: der KINGS Camping Store. Dort finden wir tatsächlich das perfekte Schubladensystem für den Kofferraum und das sogar im Angebot. Als wäre es für uns bestimmt gewesen. Natürlich bleibt es nicht bei einem Kauf. Kaum kalkuliert, merken wir: Unser Kühlschrank passt nicht mehr in unseren Kofferraum. Also müssen wir schweren Herzens einen neuen kaufen – diesmal ein 60-Liter-Modell mit praktischer Schublade. Dann beginnt das kleine Chaos: das Auto absolut voll bekommen wir natürlich nicht alles ins Auto. Wir entscheiden uns also nur einen Teil mitzunehmen, zum Campingplatz zu fahren, einzuchecken, ein paar Sachen abzuladen und dann nochmal zurückzufahren. Die gute Dame an der Rezeption braucht natürlich ewig - der Klassiker, wenn man wenig Zeit hat. Eingescheckt laden wir im Affentempo alles aus dem Auto aus, Max rast zurück zu KINGS, während Louisa allein auf dem Campingplatz sitzt, zwischen unseren ganzen Sachen und nur denkt: „Bitte lass es jetzt nicht regnen.“ Der Witz an der ganzen Geschichte: Zwei Minuten vor Ladenschluss kommt Max tatsächlich bei KINGS an – geschafft! Zurück auf dem Campingplatz packen wir dann alles aus, bauen die Schubladen ein, fixieren sie, sichern den Kühlschrank, verstauen den Dieselkanister und am Ende sieht alles aus wie aus einem Camper-Katalog. Ordnung, Platz, Struktur. Ein Traum! Nach diesem anstrengenden, aber erfolgreichen Tag fallen wir einfach nur müde und erleichtert ins Bett.
Am nächsten Tag erledigen wir noch die letzten Dinge: Stromkabel für den Kühlschrank, Vorräte für die nächsten Wochen, Pannenhilfe abschließen (man weiß ja nie.) Danach erkunden wir noch ein bisschen Adelaide. Eine wunderschöne Stadt mit entspanntem Flair, stilvollen Gebäuden und irgendwie einem Hauch von L.A.-Vibes. Wir wären gern länger geblieben, aber das nächste Kapitel ruft: Port Augusta, der Startpunkt unserer Reise ins Herz Australiens. In den kommenden Tagen legen wir rund 3.500 Kilometer durchs Outback zurück – ohne Empfang, ohne Supermarkt an jeder Ecke, aber bestens vorbereitet.
Was wir dabeihaben?
- Vorräte für zwei Wochen und zwei Gaskocher
- 50 Liter Trinkwasser
- 20 Liter Diesel als Reserve
- Motoröl, Feuerlöscher und Schaufel
- Snake Bite Kit und Erste-Hilfe-Set
- Portable Dusche, Solarpanele und Luftkompressor
- Mückenspray, Fliegennetze, Sonnencreme und ganz viel Humor
Und natürlich das Wichtigste: Wir haben uns.
Jetzt beginnt das nächste große Abenteuer – einmal quer durchs Outback bis zum roten Zentrum Australiens. Wir freuen uns riesig auf diese Reise, auf die Stille, die Weite und all die kleinen Überraschungen unterwegs. Sobald wir wieder Netz haben, melden wir uns mit neuen Geschichten, Bildern und ganz vielen Eindrücken.
Uluru, wir kommen! 🌅🧡🇦🇺
Freiheit auf vier Rädern – Unser Roadtrip durch Australien beginnt
Es fühlt sich noch immer surreal an: Nach fast vier Monaten harter Arbeit, unzähligen Stunden auf dem Feld und unendlich viel Erde unter den Fingernägeln sind wir endlich frei. Kein Wecker um 5 Uhr morgens, kein Gemüse ernten bei strömendem Regen, keine gackernden Hühner, die an unsere Beine picken – nur wir, unser Auto (Hugo), das Dachzelt und ein großes Abenteuer.
Wie versprochen erfahrt ihr heute von unserem weiteren Plan und unseren ersten Tagen on the road.....
Erster Stopp unseres Roadtrips: Phillip Island
Nur eine Stunde südlich von Koo Wee Rup gelegen, und doch fühlt es sich an, als wären wir in einer anderen Welt, liegt die kleine Insel Phillip Island. Wir haben uns dort etwas ganz Besonderes vorgenommen. Phillip Island ist nicht nur für seinen MotoGP-Circuit bekannt, sondern vor allem für seine tierischen Bewohner – die kleinen Pinguine, die hier zu Hause sind. Im Südwesten der Insel findet jeden Abend ein einzigartiges Naturschauspiel statt: die Penguin Parade. Tagsüber sind die Pinguine im Ozean unterwegs, auf Futtersuche, manchmal viele Kilometer weit draußen. Doch sobald die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwindet, kehren sie zurück an Land, watscheln über den Strand und verschwinden in den Dünen, wo sie ihre Familien füttern. Es ist ein einmaliges, magisches Schauspiel und so besonders, weil Pinguine, einmal verliebt, ein Leben lang mit ihrem Partner zusammenbleiben. 🐧🧡 Tagsüber suchen wir uns einen Campingplatz direkt am Meer – der perfekte Ort, um richtig anzukommen und unseren Roadtrip offiziell zu starten. Abends geht’s dann warm eingepackt zur Penguin Parade. Es ist bitterkalt, wir haben uns dick in unsere Jacken gemummelt, zum Glück hatten wir auf Verdacht noch eine Decke dabei. Und dann sitzen wir dort direkt am Strand und beobachten diese kleinen, tapsigen Pinguine, wie sie aus dem Wasser kommen und den Strand entlang watscheln. Ein unvergesslicher Moment, der uns für immer in Erinnerung bleiben wird.
Nach diesem besonderen Tag auf Phillip Island geht es für uns weiter – etwa 200 Kilometer Richtung Südwesten zum Wilson’s Promontory Nationalpark, der südlichsten Spitze des australischen Festlands. (Der südlichste Punkt Australiens liegt übrigens in Tasmanien.) Wir haben das große Glück, einen Campingplatz direkt im Park zu bekommen – mitten in der Natur. Zwei Nächte bleiben wir in dem Camp. Am ersten Abend sitzen wir am Strand, schauen der Sonne beim Untergehen zu und können kaum glauben, wie schön es hier ist. Wieder einer dieser Kneif-mich-mal-Momente. Am nächsten Morgen brechen wir zu einer langen Wanderung auf – 11 Kilometer haben wir uns für den Tag vorgenommen. Vom Camp geht es zunächst bis zum Pillar Point Aussichtspunkt. Eine kleine Herausforderung wartet bereits auf uns: Die Brücke über den Tidal River ist gesperrt. Statt den weiten Umweg über die Straße zu laufen, zieht Max kurzerhand und super spontan Schuhe und Socken aus, nimmt mich auf den Rücken und trägt mich durchs eiskalte Wasser. 🥶😂 Erstes Abenteuer: abgehakt! Vom Aussichtspunkt laufen wir weiter zum Squeaky Beach – nach kurzer Zeit realisieren wir auch, warum der Strand seinen Namen verdient: Der weiße Sand quietscht tatsächlich unter den Füßen, wenn man darüber läuft. Wir haben den Strand ganz für uns allein, das Meer glitzert in der Sonne – bisher der schönste Strand, den wir in ganz Australien mit unseren eigenen Augen erleben durften. Nach einer kleinen Pause wandern wir weiter zum Whisky Beach, entlang der atemberaubenden Küstenlinie, wo uns türkisblaues Wasser erwartet. Auch den Whisky Beach haben wir für uns ganz allein. Mittagspause am Strand, Lunch in der Sonne, ein kleiner Powernap – besser geht’s kaum. 23 Grad, keine Wolke am Himmel – ein purer Marmeladenglasmoment. Weil morgen (Dienstag, 04.11.) ein nationaler Feiertag ist und ein langes Wochenende ansteht, sind die Straßen rund um Melbourne völlig überfüllt, ebenso wie die Campingplätze. Wir entscheiden spontan: Wir starten unseren großen Roadtrip erst am Mittwoch und verweilen bis dahin noch auf einem süßen Campingplatz in dem kleinen Örtchen Meeniyan, nicht weit vom Wilson's Prom entfernt.
Ab nach Western Australia
Bald geht’s dann richtig los – von Melbourne nach Perth!
Eine Strecke von fast 4.000 Kilometern quer durchs Land, von Ost nach West, durch drei Klimazonen, vorbei an unzähligen Stränden, Städten und Wüsten. Wir planen, uns etwa sechs Wochen Zeit zu lassen, ohne feste Route. Wir wollen spontan bleiben, von Tag zu Tag entscheiden, wo wir bleiben – einfach frei sein. Das erste große Highlight auf der Strecke wird jedoch die legendäre Great Ocean Road sein – einer der schönsten Küstenabschnitte der Welt. Danach führt uns die Route Richtung Adelaide und weiter ins Outback. Unser Hugo ist so gut ausgestattet, uns wird schon nichts passieren. Gewisse Dinge im Leben kann man aber einfach nicht planen - Natürlich passen wir immer gut auf uns auf.
Unser Fazit nach den ersten Tagen im Dachzelt: überraschend gemütlich! Es ist zwar eng, aber warm und kuschelig und Max ist als persönliche Heizung bei nächtlichen 7 bis 9 Grad Gold wert. Bald fahren wir dem Sommer entgegen und dann werden auch die Nächte wieder wärmer. Hoffentlich dann auch ohne Kondenswasser an der Zeltdecke..... Man lernt nie aus.
Wir sind endlich wieder angekommen – im Campingleben, in der Freiheit, im Moment und fühlen uns ähnlich wie nach unserer Zeit in Asien. Wir genießen jeden Sonnenaufgang, jeden Sonnenuntergang, jeden Meter dieser Reise und freuen uns auf alles, was jetzt kommt.
Stay tuned – das neue Kapitel hat gerade erst begonnen! 🌏🧡🇦🇺🚗🦘