Südkorea
Korea - Ein Land mit faszinierender Geschichte
Wusstest du, dass Nord- und Südkorea unterschiedlicher nicht sein könnten? Von Peking fliegen wir für vier Tage nach Seoul, Südkoreas Hauptstadt. Wir lernen viel über die Geschichte und politische Lage zweier Länder, die seit langer Zeit bis zum heutigen Tag im kalten Krieg stehen. Von Seoul machen wir einen Tagesausflug zur DMZ, der Grenze zwischen Nord- und Südkorea und sind fasziniert, wie viel wir politisch sowie geschichtlich über die zwei Länder lernen. Wir waren natürlich NUR in SÜDKOREA. Für eine bessere Vorstellungskraft seht ihr beide Länder auf der Karte.
Willkommen in Seoul, der Hauptstadt Südkoreas!
Der Start unserer Südkorea-Reise ist zunächst alles andere als entspannt. Wir spüren hier zum ersten Mal auf unserer Reise richtige Hilflosigkeit und Verzweiflung. Aber eins nach dem anderen.
Der Flug von Peking nach Seoul ist der pure Luxus – nur 1,5 Stunden mit Korean Air und der wohl beste Flug, den wir je hatten. Super Service, eine richtig leckere, warme Mahlzeit und die Zeit vergeht wie im Fluge. Die Einreise ist dann völlig problemlos: Als deutsche Staatsbürger brauchen wir aktuell kein Visum - die Arrival Card haben wir bereits online ausgefüllt und so stehen wir wenig später am Flughafen Seoul Gimpo. Willkommen in Südkorea, dem 9. Land unserer Weltreise. Wir können es selbst kaum glauben.
Die erste Euphorie verfliegt schnell. Maximilian hatte vorab recherchiert, wie wir mit der U-Bahn am besten in die Innenstadt kommen. Bisher war das in jeder asiatischen Metropole (Singapur, Hongkong, Shanghai, sogar Peking) super einfach. Hier in Seoul läuft es offensichtlich etwas anders. Die erste Herausforderung wartet schon am Ticketautomaten: Der Automat akzeptiert unsere Kreditkarten nicht, sondern fordert ausschließlich Bargeld. Bargeld haben wir natürlich nicht dabei, da wir ja gerade erst angekommen sind. Daraufhin beschließen wir, eine TMoney-Card zu kaufen, weil damit angeblich alles einfacher sein soll. Die Money Card kann beliebig mit Guthaben aufgeladen werden und muss dann am Eingang der U-Bahn oder im Bus einfach gescannt werden. Laut dem Aushang gibt es die Karte am Informationsschalter zu kaufen. Der nicht besonders hilfsbereite Herr am Info-Desk sagt uns jedoch, dass er keine Karten verkaufe und schickt uns zum nächsten Kiosk. Dort angekommen erklärt uns die genervte Verkäuferin wiederum, dass sie keine TMoney-Cards habe und wir sie nur am Informationsschalter bekommen könnten. Also gehen wir wieder zurück zur Information, nur um erneut ein Kopfschütteln zu ernten. In diesem Moment stehen wir ziemlich ratlos da. Also beschließen wir, Bargeld am Automaten zu ziehen. Der erste ATM nimmt unsere Karten auch nach mehreren Versuchen nicht an. Erst der zweite funktioniert endlich mit einer anderen Karte! Ein Hoch auf die unterschiedlichen Kreditkarten, die wir mit uns führen. Mit Bargeld kaufen wir dann endlich die Einzeltickets für die U-Bahn. Der nächste Stolperstein wartet aber bereits: Welcher Eingang zur U-Bahn ist der richtige? Links oder rechts? Überall nur koreanische Schriftzeichen. Nach längerem Rätseln und vorsichtigem Zeichenvergleich entscheiden wir uns schließlich für die rechte Seite – und das ist tatsächlich die richtige. Verschwitzt, müde und erschöpft kommen wir endlich in unserem Hotel an. Den Rest des Tages ruhen wir uns aus.
Tag 1 in Seoul - Es geht wieder einmal hoch hinaus
Am nächsten Morgen starten wir voller Tatendrang und kaufen uns direkt im 7-Eleven ohne Probleme die TMoney-Card. Damit läuft jetzt alles viel einfacher. Mit dem Bus fahren wir Richtung Gangnam, einem der bekanntesten Viertel der Stadt. Fun Fact: Hier wurde der weltbekannte Song „Gangnam Style“ geschrieben und das berühmte Musikvideo entstand ebenfalls hier. Die bekannte Statue dazu fotografieren wir natürlich für euch. Anschließend schlendern wir durch die riesige COEX Mall. Zufällig läuft hier gerade die internationale Buchmesse – Louisa wäre am liebsten hineingegangen, aber die Tickets sind leider ausverkauft. Dafür entdecken wir die berühmte Starfield Library. Die meterhohen Regale reichen bis zur Decke und das Licht taucht alles in eine magische Stimmung. Louisa fährt begeistert in einer Tour die Rolltreppen rauf und runter und kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Danach stöbern wir durch die Hyundai Mall. Überall riecht es nach leckerem Essen. Weiter geht es Richtung Olympiastadion. Wir laufen die Olympic Road entlang, vorbei an den Flaggen der teilnehmenden Länder der Olympischen Spiele 1988 und machen ein lustiges Flaggenraten. Genau unser Ding und hey, wir sind gar nicht mal so schlecht! Schließlich besuchen wir auch noch den berühmten Lotte Tower – das fünfthöchste Gebäude der Welt. Die Glasplattform in 478 Metern Höhe ist die höchste der Welt. Die Fahrt mit dem Aufzug ist ein echtes Erlebnis mit 3D-Animationen und 360-Grad-Bildschirmen. Maximilian muss sich überwinden und huscht in letzter Sekunde dann doch fast aus dem Fahrstuhl, hätte Louisa ihn nicht festgehalten. Manchmal ist Zwang eben doch die einzige Lösung, sich seinen Ängsten zu stellen 😉 Oben angekommen ist die Aussicht der Wahnsinn. Louisa setzt sich entspannt auf den Glasboden, während Maximilian es immerhin schafft, einen Fuß darauf zu setzen. Ein kleiner, großer Sieg über seine Höhenangst. Abends lassen wir den Tag mit einem traditionellen Dak Galbi ausklingen – mariniertes Hähnchenfleisch mit Gemüse und Reiskuchen, das direkt am Tisch gebraten wird. Super lecker und ein echter Klassiker der koreanischen Küche.
Tag 2 – Ein Tag voller Emotionen und Spannung
Der nächste Tag beginnt sehr früh. Wir machen einen Ausflug zur DMZ, der Demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea. Durch unsere Reise nach Südkorea haben wir uns vor allem mit der politischen und geschichtlichen Situation des Landes beschäftigt, mit der man sonst eher wenig Berührung hat. Wir lieben es, uns auf Reisen weiterzubilden und neue Dinge über die Welt zu lernen. Dazu eine kurze Info für alle Geschichtsliebhaber (Wer keine Lust auf Geschichte hat, skippt den nächsten Abschnitt einfach):
Der Koreakrieg dauerte von 1950 bis 1953 und war ein Krieg zwischen zwei Teilen eines Landes: Nordkorea und Südkorea. Vor 1950 gehörte ganz Korea zu Japan, aber nach dem 2. Weltkrieg teilten die zwei Großmächte (die Sowjetunion und die USA - natürlich, wie soll es auch anders sein?!😁) das Land in zwei Zonen. Weil die beiden Großmächte ja völlig andere Ansichten haben, wurde Nordkorea demnach kommunistisch (wie die Sowjetunion) und Südkorea wurde demokratisch (wie die USA). Zwischen 1950 und 1953 führten die beiden Zonen einen heftigen, harten Krieg, der Millionen von Menschen das Leben kostete. 1953 einigten sich dann beide Seiten auf einen Waffenstillstand, zu einem Friedensvertrag kam es aber nie - bis zum heutigen Tag nicht. Deshalb stehen beide Nationen bis heute weiterhin im "Krieg". Seitdem gibt es eben die DMZ, die demilitarisierte Zone, eine Zone zwischen Nord- und Südkorea, die als die am stärksten bewachte Zone der Welt gilt. Diese Zone ist neutral, d.h. dort darf nicht gekämpft werden. Sie ist etwa vier Kilometer breit und 250 Kilometer lang. Innerhalb der DMZ gibt es außerdem viele Landminen, die in der Erde versteckt sind und explodieren, wenn jemand dort drauf tritt. Das soll verhindern, dass Menschen und Fahrzeuge die Grenze überqueren. Die versteckten Sprengkörper machen die Zone daher zu einer sehr besonderen aber auch gefährlichen Zone. Ihr merkt schon, die politische Lage zwischen den beiden Ländern ist weiterhin super angespannt.
Wir fahren also um 7 Uhr morgens los und erreichen nach einer Stunde Busfahrt die Grenze. Dort steigt ein Soldat in den Bus ein und kontrolliert unsere Pässe, dann öffnet sich die Schranke und wir befinden uns offiziell in der DMZ. Fotografieren ist hier aus militärischen und politischen Gründen absolut verboten. Der erste Stopp ist das Observation Deck, von wo aus wir bei fantastischer Sicht nach Nordkorea hinüberblicken. Gleichzeitig hören wir entfernte Explosionen von Militärübungen – ein sehr beklemmendes, ungewohntes Gefühl. Danach geht es zum 3. Infiltrationstunnel. Nordkorea hat diesen Tunnel heimlich gegraben, um Südkorea zu infiltrieren. Ausgestattet mit Sicherheitshelmen gehen wir bei 11 % Gefälle ganze 350 Meter hinunter bis auf 73 Meter unter die Erde. Die Temperatur fällt von 33 Grad Außentemperatur auf 14 Grad und die Decke ist stellenweise nur 1,50 Meter hoch – definitiv nichts für Klaustrophobiker. Wir laufen 236 Meter durch diesen feuchten, niedrigen Tunnel, bis wir an die mit Stacheldraht und Beton versiegelte Grenze gelangen. Dort haben die Südkoreaner drei dicke Betonwände positioniert, um den Tunnel für die Nordkoreaner zu blockieren und ein Durchdringen zu verhindern. Kleiner Exkurs: Südkorea hat bisher vier Infiltrationstunnel der Nordkoreaner entdeckt. Es wird davon ausgegangen, dass weitere 15 bis 20 Tunnel unentdeckt existieren. Auf dem Rückweg fahren wir durch ein winziges Dorf mitten in der DMZ. Ja, hier wohnen tatsächlich Menschen – ein sehr surrealer Anblick. Danach passieren wir wieder die Kontrolle am Checkpoint und fahren zurück nach Seoul. Nach diesem intensiven Tag ruhen wir uns erst mal aus und verarbeiten die Eindrücke. Abends machen wir noch einen Spaziergang durch Myeongdong, das Zentrum der Stadt. Überall leuchten Neonlichter und wir probieren verschiedene Streetfood-Stände aus. Louisa kann zum Glück wieder einigermaßen gut essen und das Streetfood genießen.
Ein besonders emotionaler Tag
Eine solche Weltreise hat auch Kehrseiten. Heute ist ein sehr schwerer Tag für uns. Besonders für Maximilian. Seine Mama hat heute, den 20. Juni, Geburtstag und sein bester Freund heiratet – eigentlich wäre Maximilian der Trauzeuge gewesen. Nicht dabei zu sein, fällt ihm sehr schwer und lässt ihn heute besonders emotional sein. Reisen bedeutet eben auch, dass man manche Momente zu Hause verpasst. Auch wenn wir gerade so viel erleben, denken wir fest aus der Ferne an unsere Lieben und vermissen sie sehr.
Morgen heißt es für uns dann schon wieder Rucksäcke packen. Nach diesen aufregenden und auch herausfordernden Tagen in Seoul fliegen wir zurück nach Bali. Diese Reise zeigt uns mal wieder, dass das Unterwegssein nicht immer nur leicht und schön ist, sondern auch Momente der Unsicherheit, der Anstrengung und der Sehnsucht mit sich bringt. Aber genau das macht es so besonders.
Drückt uns die Daumen, dass wir morgen ohne Probleme nach Bali fliegen können, denn aktuell gibt es viele gestrichene Flüge in und um Bali aufgrund des Vulkanausbruchs auf Flores, einer benachbarten Insel Balis. Durch den Vulkanausbruch ragen aktuell Aschewolken von bis zu 11km
in den Himmel, welche den Flugverkehr in der Gegend enorm einschränken.
Ihr hört von uns 🍀🫶🏼
Eindrücke aus der DMZ
Hier sehr ihr den Checkpoint, über den die DMZ betreten werden kann. Alles ist mit Stacheldrahtzaun abgetrennt und man merkt direkt, dass man sich in einer sehr "gefährlichen" ernsten Zone befindet.
Wir haben im Souvenirladen einen Geldschein aus Nordkorea gekauft - so kommt man nicht so einfach an das Geld ran. Sowohl in Nord- als auch Südkorea zahlt man mit dem koreanischen Won. Es sind allerdings zwei unterschiedliche Währungen mit ganz anderem Wert. Wir könnten definitiv mit diesem Schein in Nordkorea bezahlen - auch wenn wir nie dort hinreisen werden. Der Schein ist lediglich als Andenken für uns.
Weil das ganze Thema ja doch sehr abstrakt ist, hier mal eine Karte, die die DMZ zwischen den beiden Ländern zeigt. Ihr seht hier auch die vier bereits entdeckten Infiltrationstunnel, welche die Nordkoreaner heimlich gegraben haben, um die Südkoreaner zu bespitzeln. In der DMZ selber ist, aufgrund der Landminen, kein heimliches Überqueren der Grenze möglich.
Kaum zu glauben, aber Nordkorea gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Die Menschen dort leiden, aufgrund der Unterdrückung, oft an Hungersnot. Auf den Satellitenaufnahmen sieht man, dass Nordkorea im Dunkeln nicht mal über Elektrizität verfügt. Lediglich in der Hauptstadt des Landes, wo nur die Privilegierten Menschen leben dürfen, gibt es Elektrizität. Für uns kaum vorstellbar. Die beleuchteten Bereiche unterhalb von Nordkorea zeigt Südkorea.
Es ist kein Geheimnis, dass die Menschen in Nordkorea völlig abgeschirmt von der Außenwelt und unter absoluter Unterdrückung leben. Eine Kommunikation zwischen Süd- und Nordkoreanern ist völlig ausgeschlossen. Immer wieder versucht Südkorea jedoch die Menschen in Nordkorea über die Freiheit im Süden aufzuklären, indem sie Luftballons mit aktuellen Zeitungen und Briefen schicken - in der Hoffnung, dass die Menschen dort aufwachen. Die Regierung in Nordkorea hat sich dadurch so provoziert gefühlt, dass sie Luftballons mit tonnenweise Müll (schmutzige Kleidung, dreckige Windeln, etc.) zurück nach Südkorea geschickt haben. Kaum vorzustellen.
Diese Bilder sind natürlich rein symbolisch! Wir haben natürlich keinen Fuß über die Grenze nach Nordkorea gesetzt..... 😁
Diese Bilder sind natürlich rein symbolisch! Wir haben natürlich keinen Fuß über die Grenze nach Nordkorea gesetzt..... 😁