China

Ein riesiges, kulturell reiches und technologisch fortschrittliches Land mit jahrtausendalter Geschichte und strenger politischer Kontrolle 🇨🇳 

Faktenwissen

Einwohnerzahl: ca. 1,4 Milliarden Menschen
ca. 1/6 der Weltbevölkerung lebt in China!
Hauptstadt: Peking
China ist flächendeckend das viertgrößte Land der Erde
Sprache: Mandarin (Hochchinesisch)
Währung: Es regiert der Renminbi (Yuan)
Wirtschaftlich ist China (nach den USA) die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt

China - Ein eher ungewöhnliches Reiseziel

Ganz Spontan entscheiden wir uns, China zu bereisen. Von Hong Kong fliegen wir nach Shanghai und verbringen vier Tage dort. Mit dem Hochgeschwindigkeitszug geht es dann von Shanghai in die Hauptstadt Chinas, nach Peking. Was uns dort erwartet entspricht absolut dem Bild, welches man oftmals von China hat. Unser Highlight der China-reise: die Chinesische Mauer! Wir erleben eine sehr intensive Zeit in China.

Willkommen in Shanghai - Mit dem Regenschirm durch die Millionenmetropole ☂️ 

Und ein zweites Mal heißt es für uns Willkommen in China.  Kaum aus dem Flugzeug, läuft alles wie am Schnürchen (wir sind ja mittlerweile auch Experten, was die Einreise nach China betrifft): Arrival Card ausfüllen, ein paar Fragen beantworten, Einreisestempel im Pass – und schon sind wir mittendrin im Abenteuer Shanghai. Die Metro bringt uns unkompliziert ins Zentrum und auch wenn wir schon wussten, dass Taschenkontrollen an jeder U-Bahnstation dazugehören (Shenzhen hat uns vorbereitet), müssen wir trotzdem ein bisschen schmunzeln – die Chinesen eben. Unser Hotel liegt super zentral und auf dem Weg von der U-Bahnstation zum Hotel ist es fast unheimlich ruhig für eine 29-Millionen-Metropole. Vermutlich hat der heftige Dauerregen des Tages die Straßen geleert. Ein Glück für uns: kein Lärm, keine Massen – nur wir und das erste Eintauchen in diese faszinierende Stadt. 

Tag 1 – Die Skyline im Nebel

Der Tag beginnt, wie der letzte geendet hat: grau und regnerisch. Mit Regenschirm bewaffnet machen wir uns trotzdem auf den Weg zum Bund, der berühmten Promenade am Fluss. Wir wollen Shanghais berühmte Skyline sehen – doch stattdessen sehen wir: Wolken. Tiefe, schwere, mystische Wolken, in denen die Spitzen der Wolkenkratzer verschwinden. Ein bisschen surreal, aber irgendwie auch cool. Wir spazieren weiter am Wasser entlang bis zum Yu Garden. Der Garten ist ein kleines Paradies mitten in der Stadt – traditionell chinesische Tempel, verwinkelte Pfade, geschwungene Dächer, kleine Teiche mit Koi-Fischen, Laternen, Bonsais – alles wie aus einer anderen Zeit. Danach geht’s weiter durch die Old Town. Enge Gassen, dunkle Holzhäuser mit gebogenen Dächern, rot-goldene Verzierungen, bunte Lampions, der Duft von Räucherstäbchen – ein Ort voller Atmosphäre. Am frühen Abend kehren wir noch einmal zum Bund zurück und dieses Mal klart der Himmel endlich auf. Die Skyline zeigt sich in ihrer ganzen Pracht: Der Shanghai Tower, das Shanghai World Financial Center, das in der Optik einem Flaschenöffner ähnelt und der wunderschöne Oriental Pearl Tower – beeindruckend! Aber ganz ehrlich? Hongkong bleibt mit seiner Anzahl an Wolkenkratzern für uns einfach ungeschlagen.

Tag 2 – Hoch hinaus, aber noch nicht heute 

Heute geht’s nach Pudong, ins moderne Finanzviertel – Ziel: Der Shanghai Tower. Mit 632 Metern ist er das höchste Gebäude Chinas und weltweit die Nummer drei. Und das coolste: Der Shanghai Tower hat die höchste öffentlich zugängliche Aussichtsplattform der Welt – auf 562 Metern! Leider klebt eine dicke Wolkendecke am Himmel und der Tower ist komplett eingehüllt. Also verschieben wir unser Vorhaben um einen Tag. Stattdessen lassen wir uns durch die gläsernen Straßen treiben, zwischen futuristischen Bauten, schicken Cafés und überdimensionierten Shopping-Malls. Am Abend erleben wir Shanghai dann im Neonlicht – und was sollen wir sagen: Wow. Der People’s Square ist ein einziger Rausch aus Licht, Farben, Bildschirmen, Werbung, Musik und Streetfood. Reizüberflutung pur – aber auf die gute Art. Shanghai bei Nacht ist wie ein anderes Universum. Auch die Menschenmassen auf den Straßen zu dieser Zeit kann man sich kaum vorstellen, wenn man es nicht mit seinen eigenen Augen gesehen hat. Der Kontrast zwischen Tag und Nacht beeindruckt uns stark. 

Tag 3 – Zwischen Sorge und Stärke

Eigentlich wollten wir heute auf den Shanghai Tower. Doch die Nacht bringt andere Pläne. Louisa hat starke Bauch- und Magenschmerzen, kaum Schlaf, viele Tränen. Am Morgen ist klar: Wir brauchen medizinische Hilfe. In einem Land, in dem kaum jemand Englisch spricht, eine echte Herausforderung. Doch Maximilian findet ein westlich geprägtes Krankenhaus in der Nähe, organisiert ein Taxi und los geht's. Im Krankenhaus angekommen werden wir direkt freundlich empfangen und dann sind wir ehrlich gesagt total überrascht: Nach fünf Minuten sind wir aufgenommen, noch einmal fünf Minuten später kommt der erste Arzt. Der Arzt spricht fließend Englisch, genauso wie das ganze Personal aus lieben Krankenschwestern dort. Es wird Blut und Urin abgenommen, ein Ultraschall wird gemacht, intravenös werden Medikamente gegeben – alles ruhig, freundlich und sehr professionell. Nach einer Stunde die Diagnose: Lebensmittelvergiftung. Mies, aber zum Glück "nur" eine Lebensmittelvergiftung und nichts Schlimmeres. Louisa bekommt Medikamente für die nächsten Tage, Schonkost und den Auftrag, sich zu auszuruhen. Und wir sind einfach nur dankbar. Dankbar, dass wir uns während so einer schweren Situation und so weit weg von zu Hause in einem Land befunden haben, in dem so gute, professionelle medizinische Versorgung vorhanden ist. Deutschland könnte sich davon wirklich eine Scheibe abschneiden. Während Louisa sich im Hotel ausruht, wagt sich Maximilian alleine nochmal an den Shanghai Tower – und diesmal passt alles. Das Wetter ist klar, die Sicht ist gut. In nur 55 Sekunden schießt der schnellste Aufzug der Welt mit 18 m/s auf die Aussichtsplattform – 562 Meter über der Stadt! Ein unvergesslicher Moment – auch, weil Maximilian dabei seine Höhenangst Stück für Stück besiegt. Mutig sein zahlt sich aus. 

Am Abend heißt es noch: Rucksäcke packen. Früh ins Bett. Morgen wartet das nächste Kapitel unserer China-Reise auf uns – mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Peking, in die Hauptstadt. 

Shanghai – du warst intensiv, aufregend, nass, manchmal anstrengend, aber vor allem: unvergesslich 🙏🍀

(P.S. Erfahrt jetzt wie es weitergeht und lest direkt im Anschluss auch unseren nächsten Beitrag: Peking. Den findet ihr weiter unten ⬇️)

Peking - Geschichte, Gänsehaut und ein kleines Stück Heimat

Nach ein paar aufregenden Tagen in Shanghai steigen wir in den Hochgeschwindigkeitszug Richtung Norden. Rund 1.300 Kilometer und sechs Stunden später erreichen wir die chinesische Hauptstadt Peking – schnell, leise und vor allem pünktlich. Die Fahrt ist ein Erlebnis für sich, ruhig und komfortabel, fast surreal – und, ja: mit der deutschen Bahn kaum vergleichbar (wir müssen beide schmunzeln bei dem Gedanken). In Peking empfängt uns weiterer Regen. Wir sind erschöpft von der Reise, Louisa fühlt sich noch nicht ganz fit. Also entscheiden wir uns, den Tag ruhig anzugehen. Ankommen, ausruhen, Kräfte sammeln – manchmal ist das genau das Richtige.

Tag 1 - Zwischen Geschichte und viel zu vielen Sicherheitskontrollen

Am nächsten Morgen regnet es immer noch. Aber wir lassen uns nicht aufhalten und spazieren mit dem Regenschirm gewappnet über den geschichtsträchtigen Tian’anmen-Platz, vorbei an der Mauer der Verbotenen Stadt. Bereits auf dem kurzen Weg dorthin werden wir sechsmal kontrolliert – auf einer Strecke von nicht mal einem Kilometer. Die Sicherheitsvorkehrungen sind extrem, am Eingang dann die bislang strengste Kontrolle unserer Reise. Selbst unsere Wasserflaschen werden geöffnet und beschnuppert. Der Tian’anmen-Platz, der größte Platz der Welt, liegt schwer in der Luft – voll mit Geschichte, Macht und Symbolik. Im Vergleich zu Shanghai wirkt Peking traditioneller, geordneter und strenger – und ganz klar: politischer. Über die ganzen Passkontrollen schmunzeln wir hinweg und sind uns dennoch schnell einig: China ist ein Land, welches seine Macht gegenüber den Bürgern in vollen Zügen zeigt und genießt. 

Tag 2 - Zu Besuch in der deutschen Botschaft

Am zweiten Tag treffen wir Felix, einen Freund von Maximilians Schwager, der für ein knappes Jahr an der deutschen Botschaft in Peking arbeitet. Gemeinsam schlendern wir zunächst durch den Himmelstempel-Park, lassen die alten Gebäude auf uns wirken und tauchen im Anschluss in eine ganz andere, kontroverse Welt ab. Felix führt uns in eine riesige Shoppingmall und wir stehen plötzlich, zwischen den ganzen Geschäften, vor einer unscheinbaren Tür. Eine Klingel. Ein leiser Summer. Dann öffnet sich ein Raum voller Markenartikel – Kleidung, Taschen, Schmuck. Fast wie ein geheimer Showroom. Ein weiteres Geschäft versteckt sich sogar hinter einem Verkaufsregal. Anfangs fühlen wir uns unsicher, aber je länger wir dort sind, desto faszinierender wird es. Der Handel mit gefälschten Marken ist in China absolut illegal und wird deshalb nur hinter "geheimen" Türen abgewickelt. Später fahren wir in den Jingshan-Park, der sich direkt hinter der Verbotenen Stadt erstreckt. Was ist überhaupt die verbotene Stadt? Die verbotene Stadt in Peking ist eine recht große, von Mauern umgebene Stadt, gefüllt von traditionellen Tempeln, in denen damals der Kaiser von China gelebt hat. Die Stadt war derzeit für die Bürger Chinas absolut unzugänglich und wird daher heute als die verbotene Stadt bezeichnet. Die Tickets für die verbotene Stadt müssen bereits online im Voraus gebucht werden und weil wir uns zu spät gekümmert haben und die Tickets bereits ausverkauft waren, konnten wir die verbotene Stadt nicht besichtigen. Allerdings haben wir vom Jingshan-Park einen großartigen Blick über Peking und die verbotene Stadt. Zwischen alten Tempeln und alten Bäumen begegnen wir vielen Einheimischen – vor allem älteren Menschen, die singen, tanzen und lachen. Es ist so schön zu sehen, wie einfach Lebensfreude sein kann.
Am Nachmittag dürfen wir Felix in die deutsche Botschaft begleiten. Ein Ort, zu dem man sonst absolut keinen Zugang hat. Es fühlt sich besonders an, hier zu sein und die Inneneinrichtung sowie der Geruch der Botschaft erinnern uns an unser Bürgeramt Nordhorn. Hach, wir fühlen uns direkt ein Stück weit heimisch.  Noch besonderer wird es, als wir zum Sommerfest der deutschen Botschaftsschule eingeladen werden. Auf einmal stehen wir unter hunderten Deutschen mitten in Peking – es wird gelacht, gegessen, gefeiert. Für einen Moment fühlt es sich an wie zu Hause. Wir hätten nie gedacht, dass es hier eine so lebendige deutschsprachige Community gibt. Es ist ein herzerwärmender Moment.

Tag 3 - Ein Traum geht in Erfüllung

Der dritte Tag wird dann zum absoluten Höhepunkt unserer Zeit in Peking und ist auch der eigentliche Grund, warum wir überhaupt hergekommen sind: Wir fahren zur Chinesischen Mauer. Mit einem Didi-Taxi (der chinesischen Uber- bzw. Grab-Version) fahren wir für rund 30 Euro etwa 80 Kilometer nördlich aus der Stadt hinaus. Die Fahrt ist lang, aber bequem. Die Chinesische Mauer – über 2.000 Jahre alt, mehr als 21.000 Kilometer lang – wirkt wie aus einer anderen Welt. Fun Fact: Die Chinesische Mauer ist mit ihren ganzen Verzweigungen genauso lang wie die Hälfte des Äquators!! Ist das verrückt?! Und dann ist es soweit: Wir stehen tatsächlich auf der Mauer. Ein kurzer Blick. Ein tiefer Atemzug. Tränen steigen uns in die Augen – vor Glück, vor Ehrfurcht, vor purer Dankbarkeit. Es fühlt sich einfach surreal an. Wie vermutlich viele Menschen haben wir schon immer davon geträumt, die chinesische Mauer entlang zu laufen, dennoch schien dieser Traum immer absolut weit weg.
Wir laufen stundenlang über die Mauer – erst von Wachturm 15 bis zur Hero-Plattform auf Höhe von Turm 23, später zurück und bis zu Wachturm 7. Besonders dieser Abschnitt zwischen Turm 15 und 7 gefällt uns besonders – er ist weniger besucht, landschaftlich atemberaubend und irgendwie friedlich. Die Mauer zieht sich über steile Hügel, vorbei an alten Türmen, durch sattgrüne Wälder. Wir sind total geflasht und tief berührt, wir staunen ✨
Nach etwa fünf Stunden geht es mit dem Didi zurück ins Hotel. Wir sind erschöpft, aber voller Glück. Die Bilder im Kopf laufen in Dauerschleife, wir brauchen einen Moment, um all das zu begreifen. Am Abend trifft sich Maximilian noch einmal mit Felix – diesmal zum traditionellen Peking-Ente-Essen. Ich bleibe im Hotel, weil weiterhin Schonkost angesagt ist. Im Anschluss schwärmt Maximilian so sehr, dass ich fast ein bisschen neidisch bin. Aber ich gönn’s ihm sehr – schließlich isst man eine echte Peking-Ente am besten… nun ja: in Peking.

Und jetzt heißt es schon wieder: Abschied nehmen. Land Nummer 9 steht vor der Tür. Fast fünf Monate sind wir inzwischen unterwegs. Es ist verrückt, wie die Zeit vergeht und gleichzeitig fühlt sich alles so nah, so intensiv und so lebendig an.

Wir nehmen euch weiterhin mit und melden uns wieder – aus Seoul, Südkorea 🇰🇷